Mittwoch, 4. Oktober 2017

MMM 4.Oktober 17-Tessa von Seamwork




Im September gab es bei Seamwork Tessa , einen Jeansschnitt. 
Im Frühjahr 2015 habe ich mit Ginger von Closet Case Patterns meine erste Jeans genäht, das war für mich eine Entdeckung.
Jeans zu nähen macht mir richtig viel Spaß.
Ich mag es, den derben Stoff zu verarbeiten. Ich kann mich stundenlang in der Auswahl des Topstitchgarns verlieren.
Eine Jeans ist ein befriedigendes Projekt, dass genau das richtige Maß an Zeit beansprucht.


Jeans zu kaufen kann ähnlich ermutigend sein, wie Bikinis kaufen. Ich weiß nicht wieviele Stunden ich mich in Umkleidekabinen beim Anprobieren von Jeans habe frustrieren lassen.
Das muss ich nicht mehr, weil ich mir meine perfekte Jeans jetzt selber nähen kann.
Wobei es für mich die eine perfekte Jeans nicht gibt, dafür spiele ich zu gerne mit verschiedenen Formen und Silhouetten herum.



Tessa kommt der Perfektion allerdings schon sehr nah.
Jeans können sehr ungemütlich sein, das liegt sicher zum Teil an dem oftmals festen Stoff, der verarbeitet wird. Ein weiterer entscheidender Punkt ist aber auch die Leibhöhe, da gibt es viele Varianten.
Hosen bei denen der Bund kurz über dem Schambein sitzt sind ebenso vertreten, wie die deren oberes Ende in den Rippenbogen drückt.
So vielfältig wie die angebotenen Varianten sind auch die Vorlieben der Trägerinnen.
Ich mag meine Jeans gerne mittelhoch, Tessa sitzt dort an der richtigen Stelle, sie endet ziemlich genau auf meinem Bauchnabel.
So eine gemütlich Höhe hatte ich noch bei keinem anderen Jeansschnitt, darum habe ich mir gleich eine zweite Ausführung genäht.
Dies ist Tessa ohne Änderungen, ich habe gleich noch eine mit einem weiten Bein nachgeschoben.



 Um Bauch und Po herum ist alles der Originalschnitt, nur die Beine habe ich ab der Mitte des Oberschenkels gerade gelassen.
Eine Detail, dass ich bei Jeans immer ändre sind die hinteren Taschen, da habe ich gerne viel Platz.
Meine Jeans bekommen immer die Taschen in der größten Größe, so passt mein Telefon, eine Packung Papiertaschentücher oder ein dickes Schlüsselbund auf jeden Fall rein.



Ich mag meine Jeans, überhaupt meine Kleidung, gemütlich. Darum vernähe ich fast immer Jeans mit Elasthananteil.
Der Stoff für diese beiden Jeans stammt vom Stoffschrottplatz in Münster , eine gute und günstige Quelle für Denim.
Außerdem gibt es dort eine große Auswahl an Topstitchgarn.


Hier habe ich mit ockerfarbenen Gütermanngarn Stärke 50  abgesteppt.
Diese Stärke fand ich sehr angenehm zu verarbeiten, ich habe eine lange Zeit mit Garn Stärke 30 abgesteppt, das ist schwieriger zu verarbeite, es gibt gerne mal Knubbel auf der Rückseite und das Einfädeln ist die Hölle.
50iger Garn lässt sich problemlos ohne  Topstitchnadel verwenden, damit es plastischer wird steppe ich mit dem Dreifachgeradstich in Stichlänge 3,2.


Beim Me Made Mittwoch geht es heute um Details, eine Jeans bietet viele Möglichkeiten mit Details herumzupielen.
Die Potaschen können schlicht gehalten oder eben aufwändig verziert werden.
Ich habe mir gerade einen Stickrahmen gekauft, um mir eine Tasche für die nächste Jeans zu verschönern.
Auch das Topstitching hat großen Einfluss auf die Optik der Hose.
Die obere Tessa hat einfache Absteppungen mit 80iger Garn, bei der weiten Tessa fallen die doppelten Absteppungen mit dem dickeren Garn deutlich ins Auge.


Und weil mir Jeansnähen so viel Spaß macht, nähe ich jetzt die angefangene Jeans für meinen Sohn fertig.
Schwarzer Denim mit grasgrünem Topstitching, das hatte ich noch nie.

P.S. Das Oberteil ist Hadley von Grainline aus schwarzem Wollstoff

Mittwoch, 20. September 2017

MMM 20.September 2017-Moto Chic Jacket von SBCC







Das letzte Wochenende habe ich nähend mit tollen Frauen im Münsterland verbracht.
Im Vorfeld habe ich lange überlegt, welches Projekt sich am besten für diesen wunderbaren Anlass eignet.
Ich finde es sehr befriedigend, wenn ich in der Zeit ein Teil fertig stelle. Aber natürlich möchte ich etwas Anspruchsvolleres nähen. 
Wäre ja Quatsch, das versammelte Wissen nicht zu nutzen.



Ich verdränge gerne, dass ich so eine Quatschtante bin, dass sich immer Flüchtigkeitsfehler einschleichen.
So habe ich an der Jacke einiges trennen müssen....
Mit einem geliehenen Nahttrenner, meinen eigenen hatte ich wohlweißlich zu Hause gelassen.
Eine Jacke oder ein Mantel ist ein für mich typisches Projekt für die Wochenendnäherei.
Da muss ich auch an den nervigen Stellen weiternähen, die gerne mal dazu führen den UfO-Stapel zu erweitern.


Letztendlich habe ich mich für das Moto Chic Jacket von SBCC Patterns entschieden.
SBCC ist eine kleine amerikanische Firma, die speziell für kleine und gleichzeitig für kurvige Frauen entwirft.
Ich verstehe zwar nicht, wie das zusammengeht, trotzdem war ich neugierig darauf, ob die Schnitte mir besser passen als die, die für "normal" lange Frauen entworfen werden.
Die Jacke hatte ich schon lange auf meiner Wunschliste, ansonsten bietet mir diese Firma keinen Schnitt, der mich interessiert.


 Es ist eine kragenlose Jacke, die mit einem schrägen Reißverschluss verschlossen wird. Der Clou ist das Schößchen, so wird die Jacke ein bisschen verspielter als die typische Motorradjacke.
Gefüttert werden Ärmel und der Jackenkorpus, nur das Schößchen bleibt ungefüttert.
Grundsätzlich finde ich den Schnitt gut, noch besser fände ich ein gefüttertes Schößchen.
Würde ich beim nächsten Mal ändern. 
Eventuell ginge es auch die Jacke eine Nummer kleiner zuzuschneiden.
Hier habe ich einen walkartigen Stoff verwendet, der ist elastisch. 
Bei einem Stoff, der nicht nachgibt, fällt die Jacke eventuell kleiner aus.


 Mir gefällt der Schnitt so gut, dass ich ein Drinnenoberteil nach dieser Vorlage plane.
 Meine Idee ist, den Reißverschluss wegzulassen, mal schauen, wie das funktioniert.
Heute wird mich die Jacke auf jeden Fall zum Treffen mit einer Freundin begleiten.

Meine Hose ist eine Sorell von Pauline Alice aus stabilem Wollstoff. Die Hose ist komplett gefüttert und hat mir schon letzten Winter gute Dienste geleistet.
 



Beim Me Made Mittwoch begrüßt uns heute rothedinge mit einer goldenen Culotte.

Mittwoch, 13. September 2017

MMM 13. September 2017- Alexandria von Named mit Hadley von Grainline




Gestern hatte ich einen Erledigungstag. Viele über die Stadt verstreute Orte wollten angefahren werden.
Das Wetter gab alles, strömenden Regen, kurze Gewitter und strahlenden Sonnenschein.
Zeit meine Funktionskleidung aus dem Schrank zu nehmen.


Letzten Herbst habe ich mir ein Alexandria Hose von Named aus Softshell genäht.
Der Schnitt ist viel genäht worden und gehört auch zu meinen Favoriten.
Es ist zwar "nur" eine Gummizughose, durch die ungewöhnlich gelegten Bundfalten sieht sie aber deutlich eleganter aus, als die übliche Gummizughose.
Bei dieser Hose habe ich mich für weite Beine entschieden, schließlich sollte es möglich sein, die Hose bei Bedarf auch über meine Arbeitskleidung zu ziehen.
Also als Mantel für die Beine, wenn es nötig ist.



Aber auch solo hat sich meine Softshell-Alexandria sehr bewährt. Ich habe immer trockene, warme Beine.
Sie sieht wie eine "normale" Hose aus und nicht nach Outdoorkleidung wie meine gekaufte Regenhose.
Der Stoff kommt aus einem örtlichen Stoffgeschäft und ich finde sowohl Qualität und Funktionalität sehr gut. Ich habe auch schon Stoffe von den auf Funktionsstoffe spezialisierten Versendern vernäht und da waren deutlich schlechtere Materialien dabei.



Relativ neu auf dem Markt ist das Hadley Top von Grainline.
Ich war gleich bei Erscheinen hingerissen von dem Schnitt. Böse Zungen behaupten, den Schnitt hätte ich schon.
Tatsächlich gehören schlichte Oberteile aus Webstoff zu den Schnitten, den ich schwer widerstehen kann.
Das Scout Tee, ebenfalls von Grainline, nähe ich auch sehr gerne.
Das Scout finde ich insgesamt etwas sportlicher als das Hadley und es ist auch anders konstruiert.
Hadley hat 2 Brustabnäher und Vorder-und Hinterteil haben eine Naht in der Mitte. Der Ausschnitt und die Säume bekommen Belege, während beim Scout Schrägband vorgesehen ist.



Mein Hadley ist aus doppellagiger Baumwolle, die außen kleine Knitter hat. Ähnlich wie ein Double Gauze nur viel stabiler.
Durch seine Webart hat der Stoff eine gewisse Dehnbarkeit, das macht dieses Top sehr bequem.
Ich mag es sehr und bereue nicht, mir noch einen weiteren puristischen Oberteilschnitt gekauft zu haben.
Der Schnitt hält  weitere Varianten bereit. Ärmellos, tieferer Ausschnitt und ein Rückenteil mit Kellerfalte.
Die kommen auch noch  dran.


Und wie jeden Mittwoch, treffen sich auf dem Me Made Mittwoch Blog wieder die gutgekleideten Frauen in handgemachter Kleidung.
Katharina trägt eine schöne Hose, ein ungewohnter Anblick aber ich finde es toll.

Mittwoch, 6. September 2017

MMM 6.September 2017-Sorell/Flint mit Moana von Papercut



Die Sommerpause beim Me Made Mittwoch ist vorbei, der wöchentliche Laufsteg für handgemachte Kleidung ist wieder eröffnet.
Mein größtes Ereignis in diesem Sommer war der  Abiball meines jüngsten Sohnes. Ich bin fertig mit Schule.
Nachdem ich jetzt 5 Jungs bis zum Abitur begleitet habe ein Grund richtig zu feiern.



So ein Fest ist auch ein toller Anlass, sich erinnerungswürdige Kleidung zu nähen. Schon letztes Jahr entstand die Idee als erweiterte Familie in einem Waxprintensemble zum Ball zu gehen.
Dem Abiturienten ist Kleidung ziemlich egal, feinen Zwirn hätte er zwar angezogen, das wäre aber ein Zugeständnis an die Konventionen gewesen.
Meine Waxprintstoffe mochte er aber immer gerne, ich hatte ihm schonmal eine Waxprintose für ein Festival genäht.
Auch seine Freundin M., die mit uns gefeiert hat, war von der Idee begeistert.
M., A. und ich haben uns bei Middlesex Textiles jeweils einen Stoff ausgesucht und die Garderobe geplant.


M. trägt einen Maxirock nach Zinnia von Colette, den ich genäht habe.
Der Anzug von A. ist ein Gemeinschaftswerk nach einem Vogue Schnitt. Die Hose ist von mir und mein Liebster wollte immer schon mal ein Jackett nähen.
B. trägt eine Waxprinthose aus seinem Bestand.
Wir hatten einen wunderbaren Abend und haben für unsere Garderobe viele Komplimente bekommen.
Insgesamt war dieser Abiball kleidungstechnisch eine bunte Mischung. Da war von rauschenden Roben bis hin zu Jeans mit T-Shirt alles vertreten.



Zur Zeit nähe und trage ich gerne Hosen, darum wusste ich schnell, dass ich mir für den Abiball auch eine Hose nähen werde.
Damit es ein bisschen festlicher wird hat sie exaltiert weite Beine bekommen, ein Maxihosenrock sozusagen.

 


Die Hose ist eine Mischung aus der Sorell von Pauline Alice und der Flint von Megan Nielsen.
Obenrum habe ich die Sorell genäht, weil sie so wunderbar sitzt und total gemütlich ist.
Die Sorell hat außerdem einen "normalen" Hosenverschluß mit einem richtigen Reißverschluss in der vorderen Mitte.
Die Verschlußlösung mit den überlappenden Taschen bei der Flint überzeugt mich nicht.
Aber die Beine hatten genau die richtige Form , so habe ich beide Schnitte vereint und die Beine verlängert.
Üppig verlängert, für den Alltagsgebrauch müsste ich die Hose noch ein wenig kürzen.
Sonst bleibe ich in den Säumen hängen und liege auf der Nase.



Mein Oberteil ist ein bewährter und geliebter Schnitt, das Moana von Papercut Patterns.
Genäht aus schwarzer Baumwolle mit Elasthananteil, wenn die Temperaturen es zuließen, habe ich das Top auch ohne Ball gerne getragen.

Jetzt verabschiede ich mich noch mit einem Mutterstolzbild.


A. auf der Bühne mit seinem Abschiedsolo zu "Summertime", einem meiner liebsten Jazzstandards.

Freitag, 21. Juli 2017

Wieviel Hose geht auf 1,60 Meter- Le 301 von dp-Studio


Weite Hosen können nur von großen Frauen getragen werden und sollten unbedingt mit hohen Schuhen kombiniert werden.
Würde ich mich an die Regeln halten, die es für meine Länge von 1,60 m gibt, hätte ich deutlich weniger Spaß bei der Auswahl meiner Garderobe.
Die große Hose ist ein Kleidungsstück, dass mich immer wieder begeistert.


Als dieses Frühjahr die 301 von dp-Studio im Netz auftauchte, war ich gleich begeistert.
Ich konnte mir den Schnitt leider nicht kaufen, weil er nur als Papierschnitt angeboten wird.
Schnitte abzupausen, dann mit den Schnittteilen aus flatterigem Seidenpapier zu arbeiten nervt mich kolossal.
Es dauert Stunden, die ganzen Markierungen zu übertragen.


Bei meiner Nähfreundinnenreise nach Paris habe ich ihn dann endlich mitgenommen.
Der Schnitt ist auf festem Papier gedruckt, da war das Kopieren nicht so furchtbar.
Die ausführliche Anleitung ist auf französisch und englisch enthalten.
Diese Hose habe ich aus einer weich fallenden Baumwolle genäht.
Es ist das 2 . Modell nach der Vorlage, einige Details habe ich meinen Vorlieben angepasst.
Ich habe die Paspeltasche mit Riegel , die auf den Po gehört weggelassen, aus Faulheit.
Und den Bund habe ich geändert, eigentlich ist nur vorn ein klassischer Hosenbund, hinten bekommt die Hose einen Beleg.
So habe ich meine erste Hose auch genäht, das ist eine elende Fummelei für ein mageres Ergebnis.
Auch trägt sich die Hose weniger gemütlich, da verzichte ich gerne auf das Couture Element und entscheide mich für den unaufgeregten Abschluss.


 Sehr toll finde ich bei der Hose die Taschen, die Passform und die ungewöhnliche Faltenlegung an den vorderen Bundfalten.
Überhaupt bin ich ziemlich begeistert von dieser Hose.
Ich mag die dramatische Weite, der Stoff schwingt schön um den Körper. So ist es mehr ein Rauschen als ein Gehen.




Ein weiterer Sommerhit, den ich entdeckt habe ist Danmark von How to do fashion.
Den Schnitt gibt es kostenlosen Download auf der Website der Designerin.
Ursprünglich hatte ich den Schnitt bei Kleidermanie entdeckt und auch Mema hat gerade 2  sehr schöne Ausführungen gezeigt.
Ich habe das Top genäht, es gibt noch Erweiterungen zu einem Kleid und einem Wasserfallauschnitt.



Danmark ist mein Sommerhit.
Das Top passt mir wunderbar, keine Geziepe an den Schultern.
Es ist eine schöne Alternative zu dem klassischen kurzärmeligen T-Shirt, ein klein bißchen eleganter und passt zu allem.
Außerdem lassen sich angesammelte Reste schön verwenden, da nur wenig Material nötig ist.
Für die erhofften heißen Sommertage nähe ich mir jetzt noch ein Mito von Papercut zu meiner Karohose.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Me Made Mittwoch 5.7.17- Sophia Dress von By Hand London




Mein Koffer/Rucksack vom langen Urlaub dieses Jahr ist schon ausgepackt.
Obwohl es das dritte Jahr ist, dass ich Urlaub unabhängig von den Schulferien mache, ist es immer noch komisch nicht in den Urlaub zu fahren, wenn alle anderen packen.
Ich hatte mich immer auf die Zeit gefreut, wenn ich nicht zur Hauptsaison wenn alles voll und teuer ist, Urlaub machen kann.
Tatsächlich habe ich mich mit der Umstellung im Rhythmus aber schwer getan.
Erst jetzt nach eben 3 Jahren ist es mir , mit der Vietnamreise, gelungen eine neue Reisevariante , die mich glücklich macht zu finden.



Ich kann mich jetzt zusätzlich noch auf eine supertolle Städtereise in guter Gesellschaft freuen.
Morgen mittag bin ich in Paris, dort werde ich ein verlängertes Wochenende mit Nähfreundinnen verbringen.
Es gibt ja kaum etwas Verheißungsvolleres als Urlaubsgarderobe zu nähen.


Wetter sollen wir haben, so ist ein neues Sommerkleid entstanden. Nach langer Abstinenz habe ich ein Kleid von By Hand London genäht, das Sophia Dress.
Ohne Nina, die Kleiderkönigin, hätte ich diesen Schnitt wahrscheinlich nicht genäht.
Das wäre sehr, sehr schade gewesen, denn das Kleid macht richtig Spaß zu nähen.
Jedenfalls nach Lesen der Anleitung.
Anleitungen lese ich in der Regel nur bei anspruchsvollen Projekten, so ein Kleid kriege ich eigentlich auch ohne hin.
Darum ist diese Sophia liebevoll mit vielen Handnähten gearbeitet.



Gut, daß ich reichlich von dem blauen Baumwollstoff mit Elasthan hatte, das erste Oberteil ist im Müll gelandet.
Ich hatte entschieden das Oberteil nicht zu doppeln, sondern mit Schrägband zu versäubern.
Irgendwie dachte ich, daß mir ein gefüttertes Oberteil zu warm und zu sperrig wäre.
Das funktioniert bei diesem Schnitt nicht, der V-Ausschnitt hatte die Beulenpest und die eckigen Armausschnitte mit Schrägband zu versehen war die Hölle.
Also habe ich nochmal zugeschnitten, das Futteroberteil musste ich schon sehr kreativ auflegen.
Es hat aber doch gerade noch gereicht.
Weil ich nicht nachgelesen habe, wie das Oberteil genäht wird, konnte ich es nicht wenden.
Die Konstruktion und die Anleitung von By Hand London ist nämlich so genial, dass ich nicht selber  darauf kommen konnte.
Darum sind hier die Armausschnitte liebevoll unsichtbar von Hand angenäht.



Weil mir mein blaues Kleid so gut gefiel, habe ich gleich ein Leomodell nachgelegt.
Dies ist noch nicht ganz fertig, der Saum fehlt noch und es ist erst geheftet.
Nach Lesen der Anleitung braucht es keine Handnähte mehr, oder nur noch freiwillige.
Das Leokleid ist mittlerweile auch fertig und kommt höchstwahrscheinlich mit nach Paris, da habe ich den Saum per Hand genäht.




Was ich an Sophia auch sehr mag sind die ungewöhnlich platzierten Abnäher, die das Kleid in Form bringen.
Die sind nämlich beim Rock und auch beim Oberteil von der Seitennaht in die Mitte rotiert.
Ich weiß nicht, ob es an diesen anders platzierten Abnähern liegt, oder ob das Kleid einfach gut entworfen ist, jedenfalls sitzt es ausnehmend gut.
Ich finde mich jedenfalls sehr schön darin.


Jetzt schaue ich mal, was beim Me Made Mittwoch noch alles in den Koffer gepackt wird.

Mittwoch, 14. Juni 2017

MMM 14.Juni 2017- Scout Woven Tee von Grainline




Seit Freitag bin ich zurück aus dem Urlaub. So wirklich angekommen bin ich immer noch nicht.
Kurzentschlossen hatten der Liebste und ich unsern eigentlichen Plan ans Mittelmeer zelten zu fahren umgeschmissen.
Stattdessen haben wir einen Flug nach Vietnam gebucht.
Mein Kopf ist noch ganz voll von den vielen Eindrücken, so dass ich den Alltag hier gedämpft erlebe.


Ein Stückchen Vietnam habe ich dann gleich vernäht.
Den Bananenstoff habe ich auf dem Markt in Hoi An gekauft.
Jeder Laden, der Kleidung verkauft hatte mindestens ein Teil aus dem Bananenstoff genäht.
Am populärsten waren Bananenhemden, ich habe aber auch Herrenanzüge komplett aus Bananenstoff gesehen.


Die bunt bedruckten Teile gab es in den Läden, in denen vornehmlich Touristinnen kaufen. Leider waren die Teile zwar günstig aber eben auch nicht besonders gut verarbeitet.
Darum habe ich mich sehr gefreut, den Druck als Meterware zu entdecken, das Muster finde ich nämlich toll.



Es handelt sich um eine mitteldicke Baumwolle,geht  ein bisschen Richtung Patchworkstoff, ist allerdings nicht ganz so steif.
Gefunden habe ich den Stoff auf dem Markt für 3 Dollar den Meter.



Der Schnitt ist das Scout Woven Tee von Grainline Studio. Ein Klassiker,den es schon viele Jahre gibt.
Das Scout gehört zu den Klassikern in meine Schrank, ich nehme den Schnitt immer wieder gerne.
Mir ist es wichtig, dass mich meine Kleidung auf keinen Fall einengt, darum verarbeite ich den Schnitt immer im schrägen Fadenlauf.
Hier habe ich das Shirt zum Kleid verlängert, zum Saum hin trapezförmig ausgestellt und mit gerundeter Saumkante verarbeitet.
Da der Schnitt so schlicht ist, bietet er viele Möglichkeiten damit herumzuspielen.
Faszinierend finde ich immer wieder, wie sich die Stoffwahl auf das fertige Ergebnis auswirkt.
Aus der Baumwolle ist da Kleid deutlich kleiner als zum Beispiel einer Viskose oder auch aus einem zarten Batist.
Das geht gerade so mit der Armfreiheit, lange Ärmel hätten sicher nicht funktioniert.



Wiebke zeigt heute beim Me Made Mittwoch ein elegantes schwarzes Kleid.
Ich greife auch gerne erst zu bunten Mustern, spreche aber immer mal wieder ein ernstes Wort mit mir, damit ich auch unifarbenes in den Kleiderschrank bekomme.

Mittwoch, 10. Mai 2017

MMM 10.Mai- Alexandria Peg Trousers von Named mit Scout Woven Tee von Grainline





Heute zeige ich die ersten Teile meiner Urlaubsgarderobe.
Nach vielen Jahren Urlaub in der Hochsaison, wenn es voll und teuer ist, kann ich nun jederzeit verreisen.
Als es Ostern so kalt war, wurde der Wunsch nach einem temperatursicherem Reiseziel sehr groß.
Wir waren schon zweimal nach Kindern unterwegs, haben eine Radtour in Polen und einem Campingurlaub in Süditalien gemacht.
In jedem Urlaub habe ich gefroren, ja auch im September in Süditalien.
So haben wir uns für dieses Jahr Vietnam ausgesucht.


In 2 Wochen sitze ich im Flugzeug mit dem Ziel Hanoi.
Ziemlich sofort habe ich mit der Planung einer tropengeeigneten Garderobe begonnen.
Wobei als erstes ist meine Reisehose entstanden.
Irgendwann einmal habe ich in einer Wartezimmerzeitschrift einen Artikel über die Reisegarderobe der Filmstars gelesen.
Die tragen Jogginghosen und reisen mit ihren eigenen Kaschmirdecken.
Eine Kaschmirdecke besitze ich nicht, aber eine luxuriöse Jogginghose habe ich mir genäht.


Der Schnitt ist einer meiner Klassiker, die Alexandria Peg Trousers von Named Clothing.
Beine länger und an den Waden weiter, was die Hose aber richtig bequem macht, ist das breite Bündchen, dass ich statt des Originals verwendet habe.
Auch hier konnte ich auf meine Schnittmustersammlung zurückgreifen und den Bund vom Axel Skirt von Megan Nielsen nehmen.
Der Bund ist "nur" ein Rechteck aber die Proportionen passen mir perfekt.
Im Vergleich zum Original-Schnittteil sitzt die Hose jetzt an der richtigen Stelle. Zudem bewirkt der breite Bund, dass die Hose von hinten deutlich vorteilhafter aussieht.
Für meine Reise- Alexandria habe ich mir Bio Sweatshirtstoff vor Ort gekauft, 95% Baumwolle/5% Elasthan.


Der Stoff ist ein Glücksgriff, durch den hohen Baumwollanteil fühlt sich die Hose unglaublich gut auf der Haut an.
Der Stretchanteil hält die Hose gut in Form.
Weil die Hose so kuschelig ist, habe ich sie jetzt schon dauernd an.
Für das Foto habe ich kurz nochmal drüber gebügelt, sie hat aber schon ein paar Tage Tragezeit auf dem Buckel.



Das Oberteil ist ebenfalls ein Klassiker, das Scout Woven Tee von Grainline.
Mein Scout habe ich aus einer Viskose- Baumwollmischung  im schrägen Fadenlauf zugeschnitten.
Ich mag den schönen Fall und die zusätzliche Bequemlichkeit von Kleidungsstücken, bei denen der Stoff auf diese Art verarbeitet ist.


Es war sehr kalt beim Fotografieren.
Bin ich froh, wenn ich endlich kurze Ärmel anziehen kann.
Beim Me Made Mittwoch empfängt uns heute Nina in einem Traumkleid.
Das ist ein Schnitt, den ich niemals bemerkt hätte, jetzt bin ich total begeistert.